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<title>Kinderheim Köln-Sülz - Kindererziehung</title>
<link>https://forum.kinderheim-koeln-suelz.de/</link>
<description>Forum für Ehemalige aus dem Sülzer Kinderheim</description>
<language>de</language>
<item>
<title>Kindererziehung (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo zusammen<br />
Ich bin seid langer Zeit mal wieder in diesem Forum.Ich war von 1953 -1967 Heimkind in Köln-Sülz. Meine damalige Gruppe war die UF 5 , geführt von Schwester Clara Candida und Frl. Bärbel Becker.Die sogenannte Erziehungsmassnahme ( Prügelstrafe ) war fast an der Tagesordnung,überwiegend von Schwester Clara Candida ausgeübt.Es sind mir noch einige Namen von früher geläufig,unter anderem Peter Henselder. Er war mein Zimmergenosse.<br />
Ich bin heute durch einen Artikel vom Kölner Express wieder auf das ehemalige Kinderheim gestoßen , und es kamen wieder viele Erinnerungen hoch.<br />
Aber leider nur wenig Gutes.<br />
Würde mich gerne weiter auf diesem Forum mit ehemaligen Gruppenbewohner ( UF5 )über die damalige Zeit unterhalten.<br />
Mir Freundlichen Grüßen<br />
Franz Bernd Jülich</p>
]]></content:encoded>
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<pubDate>Mon, 11 Mar 2019 10:04:29 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>FBJ</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Allgemein (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Bernd,<br />
und genau deshalb störte ich mich auch an den Bericht von Pethens. Demnach könnte man fast meinen das es nur eie &quot;schwarze Pädagogik&quot; in Heimen. Es gab auch eine andere Seite der Erziehung. Wobei man zugeben muss das dies sehr von der Persönlichkeit der jeweiligen Ordensfrau oder Erzieherin abhing, von denen es ganz früher leider zuwenige gab.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://forum.kinderheim-koeln-suelz.de/index.php?id=2638</link>
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<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 15:43:28 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>Klaus Grube</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Allgemein (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><img src="https://forum.kinderheim-koeln-suelz.de/images/smilies/neutral.png" alt=":-|" /></p>
]]></content:encoded>
<link>https://forum.kinderheim-koeln-suelz.de/index.php?id=2637</link>
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<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 15:35:40 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>bernd</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Allgemein (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Karin,</p>
<p>da Ausnahmen die Regel bestätigen,möchte ich mich in aller Höflichkeit <br />
entschuldigen,das ich die Ausnahme bin.Im übrigen kenne ich noch ein paar<br />
mehr Ausnahmen.Bei längeren Überlegen stellt sich mir die Frage :&quot; Was ist die Ausnahme und was die Regel?&quot;.</p>
]]></content:encoded>
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<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 12:58:28 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>ewt</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Allgemein (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo,<br />
zum Bericht von Pethens darf nicht angenommen werden das dieses bei jeden Kind welches im Heim gelebt hat, zutrifft. Hierzu hat Bernd schon folgerichtig einiges dazu geschrieben. Nicht das ich Pethens Text für falsch halten würde, hinterlässt doch dieser Text einen etwas einseitigen Eindruck.</p>
<p>Dieser Text betrifft im wesentlichen Kinder die wirklich misshandelt und/oder Missbraucht (auch psyschisch) wurden. Leider gab es da sehr viele betroffene Kinder aus jener Zeit.</p>
<p>Unstrittig ist allerdings wenn Säuglinge den Müttern entrissen wurden und in &quot;Säuglingsheimen oder Stationen&quot; untergebracht wurden. Hier kann man schon von einer posttraumatischen Situation sprechen. Das plötzliche fehlen dem Säugling die Mutter zum Stillen, deren Stimme, deren Wärme und deren Zärtlichkeit und dürfte demnach den Säuglingen fehlen und auch später nicht fördernd für seine Entwicklung sein, da einfach eine prägende Zeit abruppt übergangen wird. </p>
<p>Allerdings lieber Bernd muss ich einen Punkt korregieren:</p>
<blockquote><p>Damit gibt es auch eine andere Seite des Heims. Dies infrage zu stellen würde bedeuten alle Mitarbeiter/innen der Kinderheims Sülz zu Verbrechern gegen die Menschlichkeit zu verurteilen. Dafür aber gibt es keine Grundlage. Auch dann nicht wenn andere Heimkinder das nicht verstehen können oder wollen.</p>
</blockquote><p>Für mich bedeutet deine Aussage das es in unserem Heim keine Missbrauchsfälle, keine psyschische Gewalt so wie keine körperliche Gewalt gab. Das stimmt so nicht. Grade in den 50ziger und 60ziger war es gang und gebe das vereinzelte Ordensschwestern Züchtigungen, Gehorsam und Strafen als die richtige Erziehungsmassnahmen ansahen. Das selbe traf auch bei einigen weltlichen Erzieherinnen zu. Siehe hierzu Wiesemann, Sw. Clara Candida, Sw. Capistrana usw. Genau diese Kinder haben heute noch vielfach ein Trauma deren Erlebtes du hier Seitenweise lesen kannst, lieber Bernd.</p>
<p>Deshalb lieber Bernd meine ich, dass man betreffende Personen zur Rechenschaft ziehen müsste. Leider leben die wenigsten noch heute und leider sind auch noch zu unseren Nachteil (In den Akten wirst du nichts über Züchtigungen finden!) alle Fälle nach spätestens 10 Jahren verjährt.</p>
<p>Hier kann man nur hoffen das der Runde Tisch unser Anliegen gerecht wird. Ich selber glaube allerdings weniger daran.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://forum.kinderheim-koeln-suelz.de/index.php?id=2635</link>
<guid>https://forum.kinderheim-koeln-suelz.de/index.php?id=2635</guid>
<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 09:51:09 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>Klaus Grube</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Allgemein (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><img src="https://forum.kinderheim-koeln-suelz.de/images/smilies/neutral.png" alt=":-|" /></p>
]]></content:encoded>
<link>https://forum.kinderheim-koeln-suelz.de/index.php?id=2634</link>
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<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 07:53:18 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>bernd</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Allgemein</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Bernd dieser Artikel unterstützt Deinen Eintrag:</p>
<p>Traumatisierte Heimkinder! (Quelle: <br />
<a href="http://www.top-medien-berlin.de/content/view/841/2/">http://www.top-medien-berlin.de/content/view/841/2/</a> )</p>
<p>18.Juli 2010: Daß Mißhandlungen von Kindern zu Traumatisierungen führen <br />
können, deren Folgen erst in späterer Zeit sicht- und spürbar werden, dürfte <br />
inzwischen zum allgemeinen Bildungsgut gehören. Häufig wurde und wird die <br />
Mißhandlung von Kindern im Zusammenhang mit sexuellem Mißbrauch untersucht. <br />
Dabei können die Ursachen von sexuellem Mißbrauch und Mißhandlungen <br />
vielfältig sein, sie können sich ergänzen, aber auch aus identischem Antrieb <br />
geschehen. &quot;Der Begriff der Kindesmisshandlung&quot;, so stellt Wiebke Jaenecke <br />
in ihrer Dissertation &quot;Sexueller Mißbrauch und körperliche Mißhandlung in <br />
der Kindheit: Einfluß des Schweregrades und gemeinsamen Auftretens beider <br />
Mißhandlungsformen auf spätere Folgen&quot; (2001), Seite 10, heraus, &quot;beinhaltet <br />
mehrere Unterformen. Dazu zählen: Körperliche Vernachläßigung / Mißhandlung, <br />
psychische Vernachläßigung / Mißhandlung, emotionale Vernachläßigung / <br />
Mißhandlung sowie sexueller Mißbrauch. Ganz allgemein definiert ENGFER <br />
(1993, S.617) Kindesmißhandlung als gewaltsame physische oder psychische <br />
Beeinträchtigung von Kindern durch Eltern oder Erziehungsberechtigte.&quot;</p>
<p>Daß das Heim für Säuglinge und Kleinkinder per se eine Beeinträchtigung der <br />
kindlichen Seele ist, weil sie die Mutter-Kind-Beziehung unterbindet bzw. <br />
stark einschränkt, ist seit den Forschungen von Meinhard von Pfaundler <br />
(1872-1947) und René Spitz (1887-1974) anerkannt.  Aber es sind nicht nur <br />
die emotionalen Mangelerscheinungen im Säuglings- und Kleinkindalter, die <br />
zur Beeinträchtigung des Lebensglücks führen, sondern  auch Mißhandlungen <br />
und sexueller Mißbrauch in den späteren Kinderjahren. Bei der Erfassung von <br />
Mißbrauchs- und Mißhandlungsfällen zeigt sich, worauf Wiebke Jaenecke <br />
aufmerksam macht, daß es hier einen engen Begriff gibt, der vor allem im <br />
Strafrecht von Bedeutung ist, und einen weiten Begriff, an den sich die <br />
Sozialwissenschaft gebunden fühlt. Dieser weite Begriff liegt auch der <br />
psychologischen Expertise &quot;Was hilft ehemaligen Heimkindern bei der <br />
Bewältigung ihrer komplexen Traumatisierung?&quot; zugrunde. Sie wurde dem Runden <br />
Tisch Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren von Silke Birgitta <br />
Gahleitner vorgelegt. Auf 61 Seiten wird eine Situationsanalyse gegeben und <br />
Vorschläge unterbreitet, wie traumatisierten ehemaligen Heimkindern zu <br />
helfen ist. Interessant und aufschlußreich ist, daß Gahleitner den Zeitraum <br />
bis auf die 40er Jahre zurück ausgedehnt hat. Offenbar gibt es dafür aus <br />
psychologischer Sicht Gründe, sei es, daß identische Folgen, sei es, daß <br />
identische Ursachen vorliegen. Die Autorin hebt hierzu hervor (Seite 5): <br />
&quot;Die von Missachtung und Gewalt geprägte Behandlung der Kinder in Heimen <br />
sowie die Bilder von Kindern und Jugendlichen, die der 'Unterbringung' in <br />
Heimen zugrunde lagen, sind in einen größeren historischen Kontext zu <br />
setzen, der bis in die NS-Zeit und bis weit davor und danach reicht.&quot; Dieser <br />
Auffassung ist zuzustimmen. Sie kann sogar noch konkretisiert werden, denn <br />
die Tradierung der genannten Bilder und Methoden ist vor allem in der <br />
Identität der Heimträger begründet.</p>
<p><br />
Zunächst geht es in dem genannten Gutachten um eine Begriffsklärung. Das <br />
Trauma entsteht in einer extrem bedrohlichen Situation, der man hilflos und <br />
ohnmächtig ausgesetzt ist. Man kann sich ihr nicht entziehen, auch nicht <br />
durch Widerstand eine Änderung dieser Situation herbeiführen. So führt denn <br />
Gahleitner (Seite 6) aus: &quot;Unter einem Trauma versteht man ein 'vitales <br />
Diskrepanzerlebnis zwischen bedrohlichen Situationsfaktoren und <br />
individuellen Bewältigungsmöglichkeiten' (Fischer &amp; Riedesser, 1998, S. 79), <br />
das den Rahmen der Belastungsfähigkeit um ein Vielfaches übersteigt, wie z. <br />
B. eigene oder unmittelbar beobachtete Todesnähe oder eine ernsthafte <br />
Verletzung der körperlichen Unversehrtheit. Wer dies erlebt, ist der <br />
Erfahrung von ohnmächtigem Kontrollverlust, Entsetzen und (Todes-)Angst <br />
ausgesetzt. Die natürlichen menschlichen Selbstschutzstrategien angesichts <br />
von Lebensgefahr - Flucht und Widerstand - erweisen sich als sinnlos.&quot;</p>
<p>Die Intensität der Traumatisierung ist abhängig von Dauer, Wiederholung, Art <br />
und Umstände, Alter des Opfers sowie vorhandenen oder fehlenden <br />
Schutzfaktoren. Als besonders gravierend stellen sich frühe <br />
Traumatisierungen durch Fürsorgepersonen dar: Verlusterfahrungen, physische <br />
Gewalt, sexuelle Gewalt. Weniger von der Öffentlichkeit als Gewalt <br />
wahrgenommen werden Traumatisierungen durch (Seite 7) &quot;Erniedrigung, <br />
feindselige Ablehnung, Missbräuchlichkeit, psychisches Terrorisieren, jedoch <br />
auch der Entzug verlässlicher Zuwendung und gegenseitiger Anerkennung - <br />
insbesondere innerhalb einer Fürsorgebeziehung - [...] Auch Vernachlässigung <br />
als eine andauernde oder wiederholte Unterlassung fürsorglichen Handelns, <br />
das zur Sicherstellung der physischen und psychischen Versorgung notwendig <br />
wäre (Schone et. al., 1997), [...].&quot; Nicht nur die Öffentlichkeit, sondern <br />
auch die Opfer selbst tun sich schwer, Traumatisierungen zu erfassen und zu <br />
beschreiben. Teils mag das daran liegen, daß die entsprechenden Einwirkungen <br />
sich der Erinnerung entziehen, teils aber auch daran, daß den Opfern und <br />
ehemaligen Heimkindern zur Beschreibung ihrer Erfahrungen meist nur Begriffe <br />
aus der Rechtssphäre zur Verfügung stehen. Bei der Objektivierung von <br />
Handlungen mögen sie durchaus selbst bemerken, wie ungenügend das, worum es <br />
eigentlich geht, zu erfassen ist, zumal dann, wenn sie mit ihrem Anliegen <br />
nicht verstanden werden oder gar auf Ablehnung stoßen. Die geschieht nicht <br />
nur im Verhältnis von Heim- und Nichtheimkindern, sondern gar nicht so <br />
selten auch bei Heimkindern untereinander.</p>
<p>Eine wichtige Erkenntnis der Traumaforschung ist, daß es im Laufe des Lebens <br />
immer wieder zu Rückblenden kommen kann, wobei ursprüngliche positive und <br />
kreative Bewältigungsstrategien sich umkehren können, destruktiv werden und <br />
chronische Symptome hervorrufen. Dieses Phänomen faßt man heute unter dem <br />
Begriff der &quot;komplexen Traumatisierung&quot;.</p>
<p>Die vielfältige Symptomatik der &quot;komplexen Traumatisierung&quot; gilt als <br />
psychische Störung und wird als &quot;Posttraumatische Belastungsstörung&quot; <br />
bezeichnet. Wichtig ist dabei die Einsicht, daß die traumatischen Erlebnisse <br />
der Kindheit in der weiteren Biographie aktualisiert und die alten <br />
Beziehungsmuster unbewußt zu neuen Situationen und Erfahrungen in Beziehung <br />
gesetzt werden und damit auf das psycho-soziale Beziehungsgeflecht <br />
unmittelbar einwirken. So hebt Gahleitner (Seite 12) hervor: &quot;Jede <br />
Entwicklungsstufe stellt das traumatisierte Kind vor neue Anforderungen. Die <br />
Traumafolgen führen daher nicht nur zu unmittelbaren psychischen Störungen <br />
und Problematiken, sondern auch zu bio-psycho-sozialen Veränderungen, die <br />
als Basis für zukünftige individuelle und interpersonelle Verhaltensmuster <br />
und Bewältigungsmechanismen sämtliche Lern- und Erfahrungsprozesse <br />
beeinflussen (Finkelhor &amp; Kendall-Tackett, 1999; Röper &amp; Noam, 1999).&quot;</p>
<p>Auf die Mutter-Kind-Beziehung als entscheidender Faktor für eine gesunde <br />
psychische Entwicklung haben, wie oben bereit genannt, Meinhard von <br />
Pfaundler (1872-1947) und René Spitz (1887-1974) aufmerksam gemacht. <br />
Gahleitner führt John Bowlby (1907-1990) an, der die Bindungsneigung von <br />
Kindern erforscht und (Seite 12) erkannt hat, &quot;dass diese frühen Bindungen <br />
Kindern als sichere Basis und Grundstruktur für die gesamte weitere <br />
Entwicklung dienen (vgl. auch Brisch, 1999).&quot; Daraus wird die Folgerung <br />
gezogen, daß (Seite 12) &quot;Fürsorgepersonen die Signale des Kindes richtig <br />
wahrnehmen, interpretieren sowie prompt und angemessen beantworten&quot; müssen. <br />
Doch gilt hier auch, daß (Seite 13) &quot;In vielen Fällen früher und anhaltender <br />
Traumatisierung [...] der unbelastete Zugang zu diesen existenziellen <br />
Grundbedürfnissen gerade durch jene Menschen zerstört [wird], von denen das <br />
Kind am stärksten abhängig ist und von denen es Liebe und Vertrauen <br />
benötigt.&quot; Für das Verständnis von Heimkindern scheinen sodann die folgenden <br />
Bemerkungen wichtig zu sein. &quot;Im Gegensatz zur Entstehung einer 'sicheren <br />
Bindungsbasis' in den ersten Lebensjahren erleben diese Kinder ohne einen <br />
'sicheren Hafen' eine bedrohliche Double-Bind-Situation: einerseits das <br />
existenzielle Bedürfnis, sich der Bezugsperson zu nähern, andererseits das <br />
Erleben, dort nicht sicher oder gar bedroht zu sein. Dies hinterlässt beim <br />
Kind einen unlösbaren Bindungskonflikt (Brisch, 2003). Fatalerweise führt <br />
dies jedoch zu einer noch verzweifelteren Suche nach Bindung - ein <br />
Teufelskreis, der impliziert, dass solche Kinder häufig eine starke, aber <br />
äußerst maligne [schädliche] Bindung entwickeln, insbesondere wenn die <br />
jeweiligen Fürsorgepersonen selbst zu den Peinigern zählen (Grossmann &amp; <br />
Grossmann, 2004).&quot; Der letzte Gedanke wird wenig später leicht variiert <br />
wiederholt und ausgeführt: &quot;Für misshandelte Kinder besteht dagegen <br />
dauernder 'Feueralarm' (Grossmann, 2002), der sich auch physiologisch <br />
niederschlägt. Anstelle einer frühen positiven Bindungserfahrung, die <br />
zentrale Orientierungspunkte schafft, ist das im sozialen Nahraum <br />
traumatisierte Kind seinen Bezugspersonen völlig hilflos ausgesetzt und <br />
sucht häufig sogar aktiv nach weiterem Kontakt mit ihnen. Dies kann zur <br />
Ausbildung eines 'desorganisierten Bindungsmusters' oder einer manifesten <br />
Bindungsstörung führen, häufig ein Vorläufer von Persönlichkeitsstörungen <br />
(Brisch, 1999; Crittenden, 1995; Main &amp; Hesse, 1990).&quot;</p>
<p>Gahleitner hebt aber nicht nur die Beziehung zwischen Kind und <br />
Bezugspersonen hervor, sondern weist auch auf die gesellschaftliche <br />
Verantwortung für die Bewältigung von Traumatisierungen hin. (Seite 14): <br />
&quot;Neben dem Versagen von Einzelpersonen spielt hier der Einfluss der <br />
umgebenden Gesamtgesellschaft eine entscheidende Rolle. Auf beiden Ebenen <br />
ist wesentlich, ob dem Opfer angemessene Wertschätzung und Unterstützung <br />
entgegenkommt. 'Erst ... wenn Betroffene glaubhaft erfahren,... dass sie das <br />
Recht haben und ... darin unterstützt werden sich zur Wehr zu setzen und <br />
sich Hilfe zu holen, können sie sich vorstellen, dass es wirklich Auswege <br />
gibt.' (Roth, 1997, S. 102) Nur auf diesem Wege kann der erschütterte <br />
Glauben an eine vertrauenswürdige Welt wieder gefestigt werden <br />
(Janoff-Bulman, 1985). Allerdings ist die Gesellschaft [...] häufig nicht in <br />
der Lage, der sozialen Verantwortung, die sie für traumatisierte Opfer <br />
trägt, gerecht zu werden (Herman, 1993). Viele Betroffene denken aufgrund <br />
ihrer Isolation daher, sie seien mit ihrer Erfahrung alleine. Nähe und <br />
Vertrauen bergen für sie daher häufig Gefahr statt Schutz und <br />
Entwicklungspotenzial.&quot;</p>
<p>Daran anschließend setzt sich Gahleitner mit den Erfahrungen auseinander, <br />
von denen ehemalige Heimkinder berichten. Die Quellen sind inzwischen so <br />
zahlreich, daß an der systematischen Anwendung physischer und psychischer <br />
Gewalt in den Heimen kein Zweifel mehr besteht. Bei der Frage der <br />
Traumatisierung wendet Gahleitner gegen die Auffassung, daß viele Kinder <br />
ihre Traumatisierungen bereits aus den Familien in die Heime mitgebracht <br />
hätten, ein, daß (Seite 17) &quot;Die Erfahrungen, die in miserablen Zuständen <br />
von Säuglingsheimen bereits kleinste Kinder gemacht haben, [...] sich <br />
keinesfalls auf vorherige bereits chronifizierte Störungsbilder der <br />
damaligen Kinder zurückführen [lassen] (vgl. Burschel, 2008). Aber selbst <br />
wenn bereits bei Heimeinweisung eine Schädigung vorlag, kann aus <br />
wissenschaftlicher Sicht verzeichnet werden, dass traumatisches Geschehen <br />
alleine noch nicht das Ausmaß der Entwicklung einer PTSD <br />
[Post-Traumatik-Stress-Disorder] bedingt. Das Ausmaß eines posttraumatischen <br />
Krankheitsverlaufs im weiteren Lebensverlauf ist auch abhängig von <br />
vorhandenen oder nicht vorhandenen schützenden Faktoren und Umfeldressourcen <br />
(siehe oben, Kapitel 1.1, 1.2 und 1.3; vgl. abermals Keilson, 1979; Khan, <br />
1963). Auch damals waren Heimeinrichtungen gesetzlich verpflichtet, das Wohl <br />
ihrer Anvertrauten zu verbessern, nicht jedoch durch die bereits mehrfach <br />
genannten Zustände zu verschlechtern und eventuelle Vorbelastungen zu <br />
chronifizieren.&quot;</p>
<p>Vor diesem Hintergrund entfaltet Gahleitner dann die Theorien zum Trauma und <br />
Gedanken zur Bewältigung komplexer Traumata im allgemeinen und Vorschläge <br />
zur psychosozialen Versorgung ehemaliger Heimkindern aus den 40er- <br />
bis70er-Jahren im besonderen. Fast die Hälfte der Expertise ist diesen <br />
Themen gewidmet. Zum Abschluss hebt sie hervor: (Seite 50): &quot;In Überlegungen <br />
zu einem angemessenen Umgang mit den Verletzungen, die ehemalige Heimkinder <br />
aus den 40er- bis 70er-Jahren von institutioneller Seite erfahren haben, <br />
geht es nicht allein um individuelle finanzielle Entschädigungsleistungen <br />
und auch nicht allein um Entschuldigungen der verantwortlichen <br />
Institutionen. 'Viele Betroffene benötigen heute noch ganz konkrete Hilfe <br />
bei der Bewältigung ihrer Gegenwart und Zukunft. Das gilt gerade auch für <br />
die dringend notwendige Versorgung in den Fällen der Traumatisierung. Hier <br />
sind menschliche Zuwendung, gezielte therapeutische Hilfe und deren <br />
ausreichende Finanzierung unerlässlich. [...].'&quot; Dem ist nichts <br />
hinzuzufügen.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://forum.kinderheim-koeln-suelz.de/index.php?id=2633</link>
<guid>https://forum.kinderheim-koeln-suelz.de/index.php?id=2633</guid>
<pubDate>Mon, 23 Aug 2010 18:47:01 +0000</pubDate>
<category>Allgemein</category><dc:creator>Karin Gier</dc:creator>
</item>
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